Elektroauto zuhause laden? So geht es richtig

Wer plant, sein Elektroauto häufig zuhause aufzuladen, sollte über Alternativen zur Steckdose nachdenken: zum Beispiel eine eigene Wallbox.

Viele der neuen E-Auto Nutzer fragen sich, ob sich ein E-Auto an der normalen 230-Volt-Steckdose aufladen lässt? Die Antwort ist klar: Ja, das geht – auf lange Sicht ist es aber nicht zu empfehlen. Das liegt daran, dass die Haushaltssteckdose nur eine Ladung von 2,3 Kilowatt schafft, somit dauert das Aufladen sehr lange. Darüber hinaus werden Steckdose und Stromleitung in dieser Zeit stark belastet – im schlimmsten Fall kommt es sogar zu einer Kabelüberhitzung. 

Wer plant, sein Elektroauto häufig zuhause aufzuladen, sollte über Alternativen zur Steckdose nachdenken: zum Beispiel eine eigene Wallbox.

Die Wallbox: die praktische Elektroauto Ladestation für zuhause

Die beste Lösung für zuhause ist die eigene Wallbox, die sich einfach in der Garage oder an der Hausmauer anbringen lässt. Diese lädt den Akku eines E-Autos mit bis zu 22 kWh – also knapp zehnmal so schnell wie die reguläre Steckdose, und das deutlich sicherer. Ein weiterer Vorteil der Wallbox: Die Ladesteuerung ist bereits in der Box integriert.

Eine Wall-Box. Die kleine Vorrichtung lässt sich an der Garage oder Hauswand anbringen und liefert zuverlässig Strom

Welche Anschlussleistung brauche ich?

Die Wallbox wird an 400 Volt Dreiphasen-Wechselstrom (Starkstrom) angeschlossen, je nach Leitung mit 16 bzw. 32 Ampere Stromstärke. Weil auch manche Heimgeräte, wie der E-Herd, mit Starkstrom betrieben werden, ist der Anschluss in den meisten Haushalten vorhanden. Für die Installation sollte man aber in jedem Fall elektrisches Fachpersonal zu Rate ziehen.

Was kostet eine Ladesäule für das Elektroauto?

Vom grossen Automobilhersteller bis zur „No-name“-Firma haben zahlreiche Händler Wallboxen und E-Auto-Ladestationen für Privatkäufer im Sortiment. Die Kosten variieren stark: Los geht es bei rund 750 CHF, der Preis für eine Wallbox kann aber auch über 2’000 CHF betragen. Die grössten Preisunterschiede ergeben sich bei Sicherheit und langfristiger Kostenersparnis. Modelle, die mit einem Fehlerstromschutzschalter (FI) ausgestattet sind, sind teurer, verhindern aber gefährliche Gleichstromfehler. Insgesamt lohnt es sich, auf die Qualität zu achten. Ladestationen für zuhause müssen nämlich, genau wie jene in Städten und auf Autobahnen, absolut technisch sicher, feuerfest und wetterbeständig sein.

Typ 1 oder 2: Welche Ladestation ist die richtige?

Wichtig beim Kauf einer privaten Ladeeinrichtung ist die Version des Steckers. In Europa ist Typ 2 am weitesten verbreitet: Hier lassen sich sämtliche gängige Elektrofahrzeuge problemlos anstecken. Typ 1 findet man vor allem im amerikanischen und im asiatischen Raum.

Diverse Anbieter von Ladestationen findest du auf dem Markt. Diese lassen sich auch online bestellen

Kosten für den Heim-Ladevorgang

Die laufenden Kosten für das Aufladen des E-Autos in der eigenen Ladestation hängen von zwei Faktoren ab:

  • dem Strompreis laut Stromvertrag
  • dem Verbrauch des Fahrzeugs in kWh auf 100 Kilometer

Achte beim Abschluss eines neuen Vertrages unbedingt auf die Verwendung von erneuerbaren Energien, denn nur so kann das Elektrofahrzeug optimal ökologisch sinnvoll betrieben werden. So gibt es zum Beispiel Angebote wie den EKZ Naturstrom, bei welchem der verwendete Strom bei einem geringen Preisaufschlag ökologisch aufgewertet wird. Der Strom wird somit garantiert in der Schweiz produziert und ins Stromnetz eingespeist.

Elektroauto zuhause laden: Smart Home Lösungen

In Zeiten vernetzt interagierender Geräte ist es naheliegend, auch die eigene E-Tankstelle in das smarte Heimnetzwerk zu integrieren. Viele Ladestationen sind inzwischen WLAN-fähig und lassen sich über die Smart Home Anlage steuern. So kann etwa die Abrechnung mit dem Arbeitgeber darüber erfolgen oder die eigene Wallbox für Nachbarn, Familie und Kollegen als Bezahl-Tankstelle freigegeben werden. Auch die Kopplung an eine eigene Solaranlage ist möglich – so wird der Strom gleich zu 100 Prozent ökologisch.

Elektroauto: Ladezeit

Die Ladezeit von Elektroautos ist im Vergleich je nach Stecker-Typ unterschiedlich. Wer sein Elektroauto mit entsprechendem Ladekabel an der herkömmlichen Steckdose zu Hause laden möchte, braucht einen Adapter von SchuKo-Steckdose auf Typ 2-Stecker. Er darf mit 8 bis 14 Stunden Wartezeit rechnen. Heimische Wandladestationen benötigen dagegen 2 bis 6 Stunden Ladezeit, sie nutzen in der Regel 11kW Ladeleistung.

Der Stecker macht's. Lasse dich beraten, mit welcher Ausführung du effizient dein Auto laden kannst.

An öffentlichen Ladestationen mit Typ-2-Stecker dauert es 2 bis 4 Stunden. Gleichstrom-Schnellladesysteme machen E-Autos schon nach einer Stunde bereit zur Weiterfahrt. Und die Ladezeit für ein Elektroauto von Tesla oder auch für die Porsche Taycan beträgt lediglich eine halbe Stunde.

Aus Gründen der Sicherheit werden Ladevorgänge mit Schnellladern lediglich bis zu 80% schnell durchgeführt. Danach verhindert ein langsameres Laden, dass die Batterien überhitzt werden und eventuell zu brennen beginnen.

Weitere Artikel zu Elektoautos

Was ist eigentlich der genaue Unterschied zwischen Elektro- und Hybrid-Auto? Und wie sieht es mit der Ökobilanz aus? Hier erfährst du Wissenswertes in unserer Sammlung von E-Auto Artikeln:

Reichweite von Elektroautos: Wie weit ist weit genug?

Während früher eine mangelnde Reichweite von Elektroautos kritisiert wurde, so ist das heute in der Realität kein Thema mehr. Hier die Gründe dafür.

Mehr erfahren
Elektroauto zuhause laden? So geht es richtig

Wer plant, sein Elektroauto häufig zuhause aufzuladen, sollte über Alternativen zur Steckdose nachdenken: zum Beispiel eine eigene Wallbox.

Mehr erfahren
E-Autos im Winter – Panikmache oder echtes Problem?

Kälte soll die Reichweite von E-Autos massiv beeinträchtigen und sie damit im Winter nutzlos machen. Wir schauen ob das stimmt, oder nur Panikmache ist.

Mehr erfahren
Die besten E-Auto Neuwagen 2021

Welches neue Elektroauto hat 2021 die beste Reichweite und das beste Preis-Leistungsverhältnis? Die Auswahl an Neuwagen wächst jede Woche!

Mehr erfahren
Unterhaltskosten beim Elektroauto

Wegen der niedrigen Unterhaltskosten gehört E-Autos die Zukunft. Sie sind im Verbrauch deutlich günstiger als Benziner- oder Diesel-Fahrzeuge.

Mehr erfahren
E-Auto Kauf, Leasing, Abo oder Miete?

Wie komme ich am besten an ein E-Auto? Soll ich ein Elektroauto kaufen oder leasen, lohnt sich ein Abonnement oder die Miete? Wir liefern die Antworten.

Mehr erfahren