Elektroautos sind auch in der Schweiz im Vormarsch und die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung steigt. Aber, ist der Wunsch nach einem Technologiewechsel bei Männern und Frauen wirklich gleichermassen ausgeprägt?


In vielen Fällen bleibt es in der Schweizer Bevölkerung bisher nur bei dem Wunsch nach einer neuen Mobilitätsform. Die Realität auf den Schweizer Autostrassen sieht noch anders aus und Elektroautos stellen derzeit nur einen geringen prozentualen Anteil der angemeldeten Autos dar. Markterhebungen machen aber Hoffnung auf eine ökologische Kehrtwende, da jeder zweite Schweizer mit der Anschaffung eines Elektroautos gedanklich spielt und sich einen Umstieg grundsätzlich vorstellen kann. In der Bevölkerung ist der Wunsch nach weniger CO2-Ausstoss weitestgehend angekommen und viele Einwohner möchten einen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten. Ein weiterer Grund ist natürlich der Ausdruck eines individuellen Lebensgefühls, welches mit weniger Auto-Lärm verbunden ist und eine ökologische Verantwortung aufzeigen soll.


In der Schweiz lassen sich aber auch Trends in Bezug auf die Affinität an der neuen Elektomobilität erkennen. In der italienischen und französisch-sprechenden Schweiz lässt sich ein grösseres Interesse an E-Mobilen verzeichnen als in den übrigen Landesteilen. Ein weiterer, interessanter Punkt ist, dass sich mehr männliche Autofahrer für die ökologische Fahrvariante interessieren, als es bei Frauen der Fall ist.


Frauen haben an ein Automobil andere Ansprüche als Männer. Weibliche Fahrzeugnutzer tendieren eher zu kleinen und handlichen Autos, die keine Übermotorisierung verlangen. Ein Auto wird als Nutzgegenstand angesehen und im Gegensatz zum männlichen Vertreter dient das Fahrzeug nicht als anbetungswürdiges Statussymbol. Man könnte aus diesen Fakten zusammenfassen, dass Schweizer Frauen auf ein anderes Auto warten, welches sich ihrer Arbeits- und Freizeitwelt anpasst. Auch in benzinbetriebenen Autos überzeugen die meisten Fahrerinnen mit einer ökologischeren Fahrweise, als der männliche Autonutzer.


Es wird beim Autokauf nicht nach Leistung und Motorstärke beurteilt, sondern nach einem vernünftigen Autohandling. Einen grossen Einfluss beim Autokauf haben Frauen auch bezüglich der Praxistauglichkeit. Hier spielt vor allem genügend Platz für Kinder, Tiere, Kinderwagen usw. eine grosse Rolle – trotzdem muss aber immer das Preis- Leistungsverhältnis stimmig sein. Auch hier siegt der Faktor Vernunft vor der PS-Stärke. Somit entscheiden sich Frauen unbewusst eher für die ökologischere Autovariante und haben somit eine ganz andere Herangehensweise als viele männliche Vertreter.

Wenn aber die Vernunft bei Schweizer Frauen siegt, warum sind diese beim Thema Elektomobilität noch zögerlich? Ein ausschlaggebender Faktor ist wohl, dass Frauen weniger technikaffin als Männer sind. Wird ein Auto auf die Belange der Ökologie überprüft, muss man zwangsläufig auch technische Daten beachten und auswerten können. Diese Umweltentscheidung wird noch oft dem Mann überlassen und ist vielleicht in einer noch unterschwellig vorhandenen Rollenverteilung begründet. Marktforschungsinstitute kommen zu dem Ergebnis, dass Schweizer Frauen nicht sofort auf populäre Technologietrends aufspringen. Hier wird zuerst beobachtet, analysiert und meistens abgewartet.


Technische Innovationen werden zögernd begutachtet und ein spontaner Mobilitätsumstieg rückt damit in die Ferne. Ein interessanter Fakt, da dieser Trend schon bei der Einführung von Mobiltelefonen zu verzeichnen war. In der jetzigen Zeit muss man wohl nicht mehr über die Technikbegeisterung von Schweizer Frauen bei iPhone & Co diskutieren… Wenn sich dieses Muster auch auf die Elektromobilität übertragen lässt, müssen Autohersteller reagieren und diese Zielgruppe begeistern.



Beide Geschlechter werden die ökologische Wende im Automobilbereich nicht lange ignorieren können. Schweizer Männer werden von ihrem benzin-betriebenen Statussymbol Abschied nehmen und Frauen werden die neue Technologie annehmen. In der Werbung ist schon eine Kehrtwende zu erahnen und man sieht in Werbespots jetzt öfter erfolgreiche Frauen, die (wie selbstverständlich) ein Elektrofahrzeug nutzen.


Die Elektromobilität hat selbstverständlich auch in den Medien und somit auch in unseren Wohnzimmern Einzug gehalten und immer öfter wird hier auf die weibliche Käuferschicht abgezielt. Noch zögern viele Schweizer Frauen, da sie ein sicheres Fortbewegungsmittel suchen, welches jederzeit getankt, repariert und fahrbereit ist. Da die Automobilindustrie und auch die Logistik grosse Fortschritte gemacht haben, werden die Frauen langsam auf der wahrgenommenen Risiko-Ebene abgeholt und schielen immer öfter nach dem neuen Trend. Man möchte modern sein, aber auch das Sicherheitsempfinden beruhigen - was natürlich auch für die Männer gilt. Hier findet derzeit eine Kehrtwende statt, da diese Umstände mittlerweile gegeben sind.


Das Elektromobil ist bereit, wie auch iPhone & Co, zum selbstverständlichen Begleiter jedes modernen Schweizers zu werden, egal ob Mann oder Frau. Ist dieser Sprung geschafft, wird das Thema E-Mobil ein ganz normales Tagesthema werden.